AIDS Vorbeugung ist nicht nur Sache der Prostituierten.
Der Freier trägt für seine Gesundheit selbst die Verantwortung - die kann ihm niemand abnehmen, weder die Prostituierte noch der Staat, der eine regelmäßige Untersuchung der registrierten Prostituierten auf HIV-Antikörper vorschreibt.
Durch diese regelmäßigen Untersuchungen wird zwar - was die registrierten Prostituierten betrifft - der heute bestmögliche Schutz der Freier gewährleistet, doch dieser kann bei weitem nicht hundertprozentig sein!
Und zwar aus folgenden Gründen:
Der gebräuchlichste Nachweis einer HIV-Infektion ist der Antikörpernachweis. Antikörper sind spezifische, auf eine bestimmte körperfremde Substanz gerichtete Abwehrstoffe, die das Immunsystem produziert, sobald diese körperfremden Substanzen (etwa Krankheitserreger) in den Körper eindringen und vom Abwehrsystem erkannt werden.
Bei einer HIV-Infektion dauert die Bildung dieser im Test nachweisbaren Antikörper mehrere Wochen und Monate, in manchen Fällen sogar noch länger. Das bedeutet, dass in dieser ersten Zeit nach der Ansteckung die Kontrolluntersuchung bei einer frisch infizierten Person negativ ausfällt. Ein negatives Antikörper-Testergebnis der Prostituierten stellt daher keine absolute Garantie dar!
Diese Tatsache sowie die theoretische Möglichkeit, sich bei Vaginal- oder Analverkehr am Sperma seines unmittelbaren Vorgängers zu infizieren, sollte der Freier nicht außer acht lassen und zu seinem eigenen Schutz stets ein Kondom verwenden!
Darüber hinaus muss der Freier bedenken, dass auch er infiziert sein und daher die Prostituierte anstecken könnte.
Auf Grund des Übertragungsweges und der besonders stark virushältigen Samenflüssigkeit ist in der Tat eine Übertragung vom infizierten Mann auf die Frau eher möglich als von der infizierten Frau auf den Mann.
Nicht nur die Prostituierte hat den Freier zu schützen, sondern der Freier auch die Prostituierte!
Durch AIDS, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit ist die Konkurrenz im Bereich der Prostitution in letzter Zeit beträchtlich stärker geworden, was für jede einzelne Prostituierte zu einem Geschäftsrückgang führte.
In dieser Situation besteht die Gefahr, daß Prostituierte es sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten können, höhere Preisangebote von Freiern für ein "Ohne-Service" auszuschlagen. Sowohl Prostituierte als auch ihre Kunden sollten sich daher überlegen, ob es sich wirklich "auszahlt", das Risiko einer HIV-Infektion einzugehen.
Der Einwand der Männer, ein Kondom beeinträchtige die Gefühlsempfindung beim Geschlechtsakt, ist ein nichtzutreffendes Vorurteil und oft ein Vorwand dafür, alte Gewohnheiten nicht ändern zu müssen.
Lieber "Spaß mit" als "Angst ohne"!